Von den über 40 Millionen Vertriebenen weltweit sind ca. die Hälfte Kinder. Statt Spielplatz und Schule mussten sie oft Krieg, Verfolgung und Gewalt erleben.
Auf der Flucht wurden viele von ihren Eltern getrennt, nicht wenige dieser Kinder haben gar keine Eltern mehr.
Hauptsache, die Kinder sind in Sicherheit
Manche Kinder werden aber auch von ihren Eltern alleine in eine ungewisse Zukunft geschickt. Keine Mutter, kein Vater schickt ein Kind gerne weg – aber trotz der vielen drohenden Gefahren auf der Flucht ist dies oft die einzige Möglichkeit, sie überhaupt zu retten. Wie schon bei den Kindertransporten im Zweiten Weltkrieg versuchen viele Eltern, wenn schon nicht sich selbst, dann zumindest ihre Kinder in Sicherheit zu bringen.
Unbegleitete Minderjährige in Österreich
In Österreich müssen Kinder auf der Flucht genauso wie Erwachsene das Asylverfahren durchlaufen. Kinder bekommen nicht leichter Asyl, aber es gibt so genannte kinderspezifische Asylgründe wie z.B. Zwangsheirat bei Mädchen oder eine drohende Zwangsrekrutierung zum Kindersoldaten bei Buben. Die meisten „unbegleiteten Minderjährigen“ stammen momentan aus dem Bürgerkriegsland Afghanistan.
Nur wenn Kinder vor ihrem 18. Geburtstag Asyl bekommen, können sie theoretisch ihre Eltern und minderjährigen Geschwister nach Österreich nachholen. In den letzten Jahren gab es in der Praxis aber nur für eine Handvoll Familien ein Wiedersehen.
Viel öfter passiert es, dass die Familie nicht gefunden wird oder gar nicht mehr am Leben ist. Selbst wenn die Familie gefunden wird, können sich nur sehr wenige die hohen Kosten der Reise nach Österreich, Ausweispapiere und die allenfalls nötigen DNA-Gutachten leisten.