United Nations High Commissioner for Refugees

Asylsuchende dürfen kaum arbeiten

Arbeit kaum möglich, ©Reichl und Partner
©Reichl und Partner

Vorurteil: Asylsuchende sind faul

Viele Asylsuchende wollen während ihres Asylverfahrens arbeiten, um einer Beschäftigung nachzugehen und für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Aber egal ob Lehrer, Krankenschwester oder Hilfsarbeiter: Für Asylsuchende ist es in Österreich aufgrund der rechtlichen Lage kaum möglich, eine Arbeitsbewilligung zu bekommen. Auch in vielen anderen EU-Staaten ist die Situation ähnlich.

In der Praxis können Asylsuchende nur gemeinnützige Arbeiten annehmen, weil sie dafür keine Arbeitsbewilligung brauchen. Darunter fallen Jobs wie Schnee räumen, Grünanlagen pflegen oder die Reinigung von Asylquartieren. Dafür bekommen Asylsuchende einen Anerkennungsbeitrag von wenigen Euro pro Stunde, auf staatliche Unterstützung sind sie aber nach wie vor angewiesen.

Bitte warten

Erst wenn das Asylverfahren positiv abgeschlossen ist und festgestellt wurde, dass jemand in Österreich bleiben darf, erhält der Flüchtling uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Manchmal kann das einige Jahre dauern.
Die Gefahr ist groß, dass die Asylsuchenden durch die Zeit der Arbeitslosigkeit den Anschluss verlieren und es später schwerer haben, im Arbeitsleben wieder Fuß zu fassen. Viele Asylsuchende fühlen sich nutzlos, weil sie sich nicht selbst erhalten und zur Gesellschaft beitragen können.

Für junge Asylsuchende wurde in den letzten Jahren der Zugang zum Arbeitsmarkt etwas gelockert. Wenn sie unter 25 Jahre alt sind, dürfen sie unter gewissen Voraussetzungen eine Lehre beginnen.
So muss es sich z.B. um einen Lehrberuf handeln, in dem es nicht genügend Arbeitskräfte gibt und für den außerdem kein Österreicher oder eine andere Person mit Arbeitserlaubnis in Frage kommt.

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