United Nations High Commissioner for Refugees

Nansen Gewinner 2011

©SHS

Jemenitische Flüchtlingsorganisation SHS

15 Feber 2012

Die jemenitische 'Society for Humanitarian Solidarity' (SHS) gewinnt den Nansen-Flüchtlingspreis 2011. SHS wird für seinen unermüdlichen, engagierten und lebensrettenden Einsatz gegenüber tausenden Flüchtlingen und Migranten ausgezeichnet, die jedes Jahr vom Horn von Afrika mit dem Boot über den Golf von Aden an der Küste des Jemen ankommen und versorgt werden müssen.

In Anbetracht der prekären Situation der Menschen am Horn von Afrika, geben tausende Migranten und Flüchtlinge ihr Leben in die Hände skrupelloser Schlepperbanden, die sie mit zumeist maroden Booten über das Rote Meer oder den Golf von Aden bringen sollen. Für die Betroffenen ist es oft der letzte Ausweg vorherrschendem Hunger, Armut und Gewalt zu entkommen.

In der Hoffnung auf ein besseres Leben,  haben allein im Jahr 2011 103.000 Flüchtlinge die lebensgefährliche Meeresquerung am Golf von Aden mit schutzlosen Fischerbooten  passiert. Dabei sind 130 Menschen während der gewagten Überfahrt ums Leben gekommen.

Viele, die diese gefährliche Reise antreten, erleiden auch an Bord viele Qualen und werden von den Schleppern geschlagen, missbraucht oder gequält. Nicht wenige kommen traumatisiert und krank nach der tagelangen Überfahrt an der jemenitischen Küste an.

Tausende verdanken SHS ihr Leben

SHS beobachtet etwa ein Drittel des 2.000 Kilometer langen Küstenstreifens und versorgt die notleidenden Menschen mit dem Nötigsten. Aber zunehmend müssen sich SHS-Mitarbeiter leider auch um die Bestattung von Menschen kümmern, die die Reise nicht überlebt haben.

"Tausende haben SHS ihr Leben zu verdanken" sagte UN-Flüchtlingskommissar António Guterres über den Preisträger. "Ihr aufopfernder Einsatz für die Menschheit verdient weltweite Anerkennung und Unterstützung."

SHS-Gründer Nasser Salim Ali Al-Hamairy zeigte sich in einer ersten Stellungnahme erfreut über die gute Nachricht aus Genf: "Der Nansen-Flüchtlingspreis gibt uns einen ordentlichen Schub. Unsere Arbeit ist eine humanitäre Pflicht . . . die unter allen Umständen erledigt werden muss." 

Al-Hamairy kündigte bereits an, dass er die Nansen-Auszeichnung nutzen und die internationale Staatengemeinschaft zu einem "intensiveren Handeln" ermutigen möchte, "um die Gesamtsituation in Somalia zu verbessern und Menschen von der riskanten Überfahrt abzuhalten." 

Stellvertretend für seine 290 Mitarbeiter hat Nasser Salim Ali Al-Hamairy den mit 100.000 US-Dollar dotierten Preis am 3. Oktober 2011 in Genf entgegen genommen.

Der Nansen-Flüchtlingspreis wurde 1954 in Erinnerung an den norwegischen Polarforscher, Wissenschaftler und ersten Flüchtlingskommissar Fridtjof Nansen verliehen. Der Preis wird dabei jährlich an einzelne Personen oder Organisationen vergeben, die sich in besonderer Weise um den internationalen Flüchtlingsschutz eingesetzt haben. Die Preisträger erhalten bei der Verleihung in Genf eine Erinnerungsmedaille und einen Geldbetrag in Höhe von 100.000 US-Dollar, der von den Regierungen der Schweiz und Norwegen gestiftet wird. Der Gewinner reinvestiert den Betrag zumeist vollständig in das eigene Projekt.

 

URL: www.unhcr.at/unhcr/events/nansen-fluechtlingspreis/fridtjof-nansen/nansen-preistraeger-2011.html
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