Der 1861 geborene Norweger Fridtjof Nansen war Forscher und Wissenschaftler. Bekannt wurde er als Zoologe, Arktisforscher und Vorreiter der neuen Wissenschaft der Meereskunde. Aber besonders für seine Pionierarbeit in der Flüchtlingshilfe wird er uns in Erinnerung bleiben.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Nansen mit der Unterstützung der Rückkehr von rund 450.000 Kriegsgefangenen aus 26 Ländern beauftragt. Er bewältigte die Aufgabe mit der Hilfe von Freiwilligenorganisationen und Regierungen. Hätte er das nicht getan, wären viele Menschen durch Mangel an Nahrung und Kleidung gestorben.
Wegen seines charismatischen Führungsstils von seinen Kollegen geachtet, wurde er 1921 zum ersten Hohen Flüchtlingskommissar ernannt - eine Position, die der Völkerbund (die Vorläufer-Organisation der Vereinten Nationen) eigens für ihn einrichtete.
Daraufhin half Nansen einer enormen Zahl von Menschen, die vor dem ethnischen Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei flohen und rettete rund 30 Millionen Männer, Frauen und Kinder, die in Russland nach einer Dürre und der Revolution vom Hungertod bedroht waren.
1922 wurde mit dem "Nansen-Pass" das erste international anerkannte Dokument eingeführt, das den Status von Flüchtlingen definierte. Im selben Jahr erhielt Nansen den Friedensnobelpreis. Er starb im Jahr 1930, aber seine Arbeit und die Erinnerung an ihn werden von den Trägern des Nansen-Flüchtlingspreises aufrechterhalten - und von all jenen, die sich für Flüchtlinge einsetzen.