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Pakistan: Abdul Hadi und das bessere Leben

15 Dezember 2011

Abdul Hadi, im grünen Turban, bei einer Pause mit anderen Minenarbeitern in der Chromat-Mine in der Provinz Balochistan, Pakistan.
© UNHCR/D.A. Khan

Malgagai - Als Kind träumte Abdul Hadi davon, später einmal Arzt zu werden. Heute ist er 38 Jahre alt und lebt als afghanischer Flüchtling in Pakistan. Er arbeitet dort in einer Mine. Noch immer glaubt er an eine bessere Zukunft; nicht mehr für sich, aber für seine Kinder.

Abdul Hadi arbeitet 200 Meter unter der Erde, in einer Chromat-Mine in der Balochistan-Provinz. Seit er mit 17 Jahren die Schule verlassen musste, weil sein Vater krank geworden war und nicht mehr für die Familie sorgen konnte, arbeitet Abdul Hadi in dieser Mine nahe des Flüchtlingsdorfes Malgagai. "Die Mine war die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen.", erinnert er sich.

Ursprünglich kommt er aus der Provinz Zabul in Afghanistan; die meisten der 50 Minenarbeiter sind afghanische Flüchtlinge. Ein typischer Arbeitstag bedeutet für die Arbeiter klettern, gebückt durch die schmalen Gänge laufen, schwere Objekte tragen und stundenlang am Stück stehen.

Trotz der harten Arbeit beschwert er sich nicht. Er könne regelmäßig arbeiten und werde besser bezahlt, als in vielen anderen Jobs, erklärt Abdul Hadi. So kann er seine Familie finanziell unterstüzten. Außerdem hofft er, dass sein 14-jähriger Sohn nun an seiner Stelle Arzt wird.

Er hat den Jungen an einer nahegelegenen Schule angemeldet, wo er zusammen mit pakistanischen Kindern lernen kann. Die beiden jüngeren Söhne von Abdul Hadi besuchen die weiterführende Schule im Flüchtlingscamp, die von UNHCR gefördert wird."Ich habe keine leichte Arbeit. Aber wenn es eine bessere Zukunft für meine Familie bedeuten kann, dann ist es das wert.", so Abdul Hadi.

Seit seine Familie 1979 als Folge der sowjetischen Besetzung aus Afghanistan fliehen musste, lebt Hadi in dem Flüchtlingsdorf Malgagai. Damals war er sechs Jahre alt. Schätzungsweise 80 Prozent aller Männer in dem Ort verdienen ihren Unterhalt und den für ihre Familien durch Minenarbeit.

Die Minenarbeiter sind einer Reihe von Gefahren ausgesetzt, wie dass die Mine einstürzt, dass ein Feuer ausbricht oder gesundheitsschädliche oder tödliche Gase austreten.

Haji Baqi, Pakistani und Besitzer der Mine, schätzt, dass rund 45 bis 50 Prozent aller Arbeiter afghanische Flüchtlinge sind. "Das sind verlässliche und ehrliche Menschen. Sie leisten gute Arbeit und sind ein Gewinn für unser Geschäft.", sagt Haji Baqi.

Abhängig von der Art der Arbeit variiert der Lohn. Minenarbeiter wie Hadi erhalten 10.000 Rupien (ca. 113 US Dollar) im Monat. Junge und weniger erfahrene Arbeiter hingegen erhalten monatlich nur etwa 50 US Dollar dafür, dass sie die bepackten Esel aus den Tiefen der Mine an die Oberfläche bringen.

Bereits seit über 30 Jahren flieht eine Vielzahl von Menschen aus Afghanistan in das benachbarte Pakistan. Dort leben heute etwa 1,7 Millionen Flüchtlinge. Über 5 Millionen Afghanen sind seit dem Jahr 2002 wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, viele von ihnen mit Hilfe von UNHCR. Die Provinz Balochistan beherbergt die zweitgrößte Flüchtlingspopulation in Pakistan.

Von Duniya Aslam Khan, im Malgagai-Flüchtlingsdorf, Balochistan, Pakistan

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Fotogalerie: Rückkehr nach Afghanistan

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URL: www.unhcr.at/unhcr/aus-erster-hand.html
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