
© UNHCR/ M. Bernard
Rund 110.000 Flüchtlinge befinden sich in Syrien. Um diese zu versorgen, kooperieren UNHCR und seine Partner eng mit den syrischen Behörden zusammen.
Syrien - Die Vereinten Nationen und ihre humanitären Partner haben heute einen Appell an die internationale Staatengemeinschaft gerichtet: Sie bitten um finanzielle Unterstützung bei der Hilfe für syrische Flüchtlinge in Jordanien, im Libanon, in der Türkei und im Irak – insgesamt benötige man 84 Millionen Dollar.
Der syrische Regionalplan wurde unter der Leitung von UNHCR gemeinsam mit sieben weiteren UN-Institutionen, 27 nationalen und internationalen NGOs, sowie weiteren Partner und den Zielstaaten ausgearbeitet. Darin werden Möglichkeiten aufgelistet, wie man auf die Bedürfnisse der Flüchtlinge eingehen kann, die seit März 2011 in die benachbarten Länder geflohen sind. Darüber hinaus sollen auch Neuankömmlinge berücksichtigt werden. Die humanitäre Situation in Syrien selbst ist jedoch nicht Bestandteil dieses Planes. Dafür soll es demnächst einen eigenen Entwurf vom UN Koordinationsbüro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) geben.
Ausgehend von der Annahme, dass in den folgenden sechs Monaten an die 100.000 Flüchtlinge in den Nachbarstaaten erwartet werden, fokussiert der Plan auf drei Ziele:
Erstens müssen sowohl die Einreise aller Flüchtlinge in die benachbarten Staaten als auch deren Schutz garantiert werden.
Zweitens sollen die grundlegenden Bedürfnisse aller – unter besonderer Beachtung der Schwächsten – berücksichtigt werden.
Drittens muss sicher gestellt sein, dass Akutpläne im Falle einer größeren Fluchtbewegung auch umgesetzt werden können.
Kapazitäten stark beansprucht
Ein Jahr nach Ausbruch der Krise in Syrien werden die Kapazitäten der Gastländer auf Grund der Flüchtlingszahlen immer stärker auf die Probe gestellt. Gerade deshalb ist eine internationale Zusammenarbeit auf breiter Basis unerlässlich.
So wurden in Jordanien mittlerweile 6.000 syrische Flüchtlinge von UNHCR registriert, weitere 2.500 warten noch auf ihre Registrierung. Ein weiterer Anstieg der Flüchtlingszahlen wird jedoch erwartet.
Während Hilfsgüter bereits in die betroffenen Regionen unterwegs sind, werden derzeit Pläne über eine finanzielle Unterstützung der Flüchtlinge entworfen.
Im Libanon arbeiten UNHCR und die libanesische Regierung bei der Registrierung der Flüchtlinge zusammen. Ähnlich wie in Jordanien ist die Lage der Flüchtlinge auch hier prekär, da sie über wenige bis keine finanziellen Mittel mehr verfügen und auf Hilfe angewiesen sind. Aktuell befinden sich mehr als 16.000 Flüchtlinge im Libanon – 8.000 davon sind bereits registriert.
In der Türkei wurden bis dato acht Camps und eine Container-Stadt in Kilis für die insgesamt 17.000 registrierten Flüchtlinge bereitgestellt. Der Regionalplan sieht für die Türkei vor, dass im Falle einer Anfrage durch die Regierung eine verstärkte internationale Unterstützung in die Wege geleitet wird. Bisher übernahmen die türkischen Behörden selbst die Versorgung und den Schutz der Flüchtlinge.
Zusätzlich ist im Plan vorgesehen, dass auch andere, zum Beispiel irakische Flüchtlinge, die bereits vor Jahren nach Syrien geflohen sind, registriert und unterstützt werden. Gleichzeitig fliehen auch Syrer in den Irak, wobei hier noch keine konkreten Zahlen vorliegen.
UNHCR und seine Partner operieren auch in Syrien selbst mit den lokalen Behörden, um die rund 110.000 Flüchtlinge landesweit zu versorgen.
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