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UNHCR-Trainingshandbuch für DolmetscherInnen im Asylverfahren

20 April 2015

© UNHCR/G. Gorden

Wien - Dolmetschungen zwischen Asylsuchenden und Behörden nehmen im Asylverfahren eine herausragende Stellung ein. Denn nur gelungene Kommunikation kann ein faires Asylverfahren gewährleisten. Auch für DolmetscherInnen sind viele Situationen im Asylverfahren herausfordernd. UNHCR Österreich hat nun das erste Training für DolmetscherInnen im Asylverfahren entwickelt. Das neue Curriculum stellt DolmetscherInnen spezifisches Know-How zur Verfügung und soll somit zur Qualitätsverbesserung von Dolmetschungen im Asylverfahren führen. 

Das Curriculum richtet sich einerseits insbesondere an Sprachkundige, d.h. DolmetscherInnen ohne universitäre Dolmetscherausbildung oder Zertifizierung, die eine erste Ausbildung und Möglichkeit der Qualifizierung erhalten. Zum anderen sollen gerichtlich beeidete und diplomierte bzw. sprachgeprüfte DolmetscherInnen eine entsprechende Spezialisierung erlangen können. Das dem Curriculum zugrundeliegende modular aufgebaute Trainingshandbuch für DolmetscherInnen ist in Kooperation mit einschlägigen ExpertInnen im Rahmen des vom Europäischen Flüchtlingsfonds und dem Bundesministerium für Inneres kofinanzierten Projekts „Qualitätsvolles Dolmetschen im Asylverfahren – QUADA“ entstanden. Zahlreiche PraktikerInnen und WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Fachbereichen – einschließlich der Berufsverbände - lieferten Lernmodule zu rechtlichen, translatorischen und berufsethischen Themenbereichen.

 
Viele Herausforderungen

„Es ist eine Fiktion, dass ich neutral bin und unsichtbar“, so beschreibt eine Dolmetscherin im Gespräch mit UNHCR eine der vielen Herausforderungen ihrer Arbeit. Eine Aussage, die exemplarisch für die Arbeit vieler DolmetscherInnen im Asylverfahren steht. Die an DolmetscherInnen gestellten Anforderungen unterscheiden sich auch aufgrund der ungleichen Machtsituation und Hierarchie zwischen den GesprächsteilnehmerInnen sowie den für alle TeilnehmerInnen belastenden Gesprächsthemen und Konsequenzen von Asylverfahren von denen anderer Gesprächssituationen.

Gelungene Kommunikation ist jedoch die Basis für ein faires Asylverfahren. Denn die Aussagen von Asylsuchenden sind im Asylverfahren von zentraler Bedeutung. Die Befragungen der AntragstellerInnen durch die Polizei, ihre Einvernahme durch das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl und gegebenenfalls ihre Anhörung durch das Bundesverwaltungsgericht sind oft das wesentlichste Mittel zur Informationsgewinnung und zur Beurteilung der Glaubhaftigkeit der vorgebrachten Fluchtgründe. Da Asylsuchende die Verfahrenssprache Deutsch in der Regel nicht beherrschen, kommt DolmetscherInnen in diesem Kernstück des Asylverfahrens eine Schlüsselrolle zu. Nicht immer sind jedoch einschlägig qualifizierte DolmetscherInnen verfügbar, vor allem bei „exotischen“ Sprachen, weshalb im Asylverfahren auch regelmäßig DolmetscherInnen ohne Ausbildung oder Zertifizierung zum Einsatz kommen. Eine fachspezifische Ausbildung ließ bisher aber auf sich warten. Diese Lücke wird nun durch das Projekt geschlossen.


Etablierter Lehrgang ab Herbst beim Verband der Österreichischen Volkshochschulen

In Kooperation mit dem Verband der Österreichischen Volkshochschulen soll auf Basis des Trainingsprogramms nun erstmals in Österreich eine fachspezifische Ausbildung für DolmetscherInnen im Asylverfahren angeboten werden, die auch auf europäischer Ebene eine Vorreiterrolle einnehmen könnte. Erste Lernmodule aus dem Trainingsprogramm können bereits ab kommenden Herbst in Wien besucht werden. Hierbei ist geplant, die einzelnen Lernmodule als Blended Learning, d.h. als Kombination von Präsenzveranstaltungen und E-Learning, anzubieten.


Anmeldung

Für die ersten drei Lernmodule im Herbst werden beim Verband der Österreichischen Volkshochschulen in Wien bereits Anmeldungen entgegen genommen:

http://www.vhs.or.at/594/

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