
© UNHCR/A. Coseac
Flüchtlinge im Südsudan wurden aus der Luft angegriffen.
Elfoj/Upper Nile – Bei einem Luftangriff im südsudanesischen Elfoj sind mindestens ein sudanesischer Flüchtling getötet und 14 weitere Personen verletzt worden. UNHCR kritisiert diesen Angriff auf etwa 5.000 wehrlose und gefährdete Flüchtlinge, die sich in der Region niedergelassen haben, scharf.
Am Montag gegen zehn Uhr Ortszeit fielen mehrere Bomben auf das Transitzentrum für Flüchtlinge Nahe der südsudanesischen Kleinstadt. Innerhalb von zwei Angriffsflügen und nur etwa zehn Kilometer von der Grenze des Sudan entfernt befanden sich zu der Zeit etwa 5.000 Menschen in der Gefahrenzone.
Über 1.000 Menschen im Treck beschossen
Von Elfoj aus koordinieren UNHCR und die Internationale Organisation für Migration (IOM) tagtäglich Umsiedlungen der Flüchtlinge zu weiteren Plätzen. Mitarbeiter beider Organisationen waren zum Zeitpunkt des Angriffs mit insgesamt 14 Trucks im Einsatz, um die Umsiedlungen zu managen, als die erste Angriffswelle folgte.
Flüchtlinge sprangen von den Ladeflächen der Trucks und aus den Bussen und versuchten sich gemeinsam mit den Helfern in Sicherheit zu bringen. Dann machte sich der Convoy schnellstens auf, die insgesamt 1.140 Menschen des Trecks an einen Ort etwa 70 Kilometer jenseits der Grenze zu bringen.
Auch New Gufa und Yida angegriffen
Zuvor waren bereits einige Angriffe auf sudanesische Flüchtlinge im Grenzgebiet erfolgt. Im November 2011 wurden Anlaufstellen für Flüchtlinge in New Gufa in Maban County im Bundesstaat Upper Nile tagelang beschossen; ebenso wurden in Yida in Unity State Nahe der Grenze zu Sudans Südkordofan aus der Luft angegriffen.
Seit Beginn der Umsiedlungen am 6. Januar 2012 haben UNHCR und IOM insgesamt 11.477 Betroffene von Elfoj aus in Sicherheit gebracht; weitere 4.000 wurden sehr kurzfristig aus der Region umgesiedelt. Insgesamt betrifft das sogar weit über 20.000, die mit Hilfe verschiedener Organisationen umgesiedelt worden sind.
Insgesamt 78.000 nach Südsudan geflohen
Seit August 2011 mussten insgesamt 78.000 Menschen aus Südkordofan und Blue Nile nach Südsudan fliehen; 54.000 in den Bundesstaat Upper Nile, 24.000 nach Unity State.
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