United Nations High Commissioner for Refugees
  • Schriftgröße  Normal size text Increase text size by 10% Increase text size by 20% Increase text size by 30%
  • Drucken Drucken
  • Empfehlen Empfehlen
An Email: *
Ihr Name: *
Ihre Email: *
Ihre Nachricht:
Felder mit * müssen ausgefüllt werden. Die Angaben aus diesem Formular werden nicht gespeichert oder an Dritte weitergegeben.

UNHCR verstärkt Hilfe in Mali

18 Feber 2012

© UNHCR/H. Caux
So sehen selbstgebaute Notunterkünfte in Gaoudel im Norden Nigers derzeit aus.

Genf/Gaoudel – In den vergangenen zehn Tagen hat sich die Zahl der Menschen, die im Norden Malis vor Gewalt fliehen müssen mehr als verdoppelt. Insgesamt sind derzeit 44.000 Menschen betroffen; die Kämpfe drohen auf algerisches Territorium überzugreifen.

UNHCR haben Berichte erreicht, wonach die Kämpfe zwischen den Tuareg-Rebellen und der malischen Armee besonders im Grenzgebiet um Tessalit und Tinezewadern wüten. Dadurch werden seit Ausbruch des Konflikts am 17. Januar 2012 immer mehr zur Flucht in die Nachbarländer gezwungen.

Unterbringung und Erstversorgung 

Über 18.000 sind bereits nach Mauretanien gekommen; 18.000 nach Niger und mehr als 8.000 nach Burkina Faso. Die Zahl der Betroffnen hat sich seit dem 7. Februar 2012 mehr als verdoppelt und 44.000 übertroffen. "Weil die Zahl weiter so rasant ansteigt, haben auch die UNHCR-Mitarbeiter ihre Nothilfemaßnahmen ausgeweitet; viele Betroffene konnten in Notunterkünften nahe der malischen Grenze untergebracht werden", sagte Melissa Fleming am Freitag Nachmittag vor Journalisten in Genf.

Jahrelange Dürre verschlimmert die Lage

"Humanitäre Hilfe ist umso wichtiger, als das die Sahel-Region nach Jahren extremer Dürre einer Hungersnot gegenübersteht." In Mauretanien koordiniert das UNHCR-Nothilfeteam die Nachrungsmittelausgabe und die Versorgung mit dem Nötigsten für etwa 5.000 Betroffene. UNHCR hat 15-Tages-Rationen für insgesamt 8.000 Menschen eingekauft; ferner befördert UNHCR über seine Partner Trinkwasser und medizinisches Equipment zu den Flüchtlingsunterkünften.

Bereits seit Freitag wird das Mbéra Camp, das schon in den 1990er Jahren Tuaregs beherbergt hatte, wieder auf den neuesten Stand gebracht. Dort befindet sich noch immer eine enstprechende Infrastruktur mit Brunnen, Schulen und medizinischen Versorgungszentren.

Zwei Hilfsflüge aus Kamerun eingetroffen

"In Niger sind bereits am Donnerstag zwei Hilfsflüge in der Hauptstadt Niamey gelandet, die 2.500 Zelte aus Douala in Kamerun gebracht haben. 500 Zelte wurden sogleich weiter nach Burkina Faso transportiert", so Fleming. "Weitere Trucks mit Nothilfe-Equipment werden aus Accra kommend in Niamey und in Ouagadougou erwartet.

UNHCR-Mitarbeiter sind auch im Norden des Niger, in Ayorou, angekommen. Dort verteilen sich etwa 2.000 Neuankömmlinge über einige Dörfer. Die 40-jährige Zoulfa ist mit ihrer Familie aus Souggan, einem Dorf im Osten Malis nach Niger gekommen: "Als einige bewaffnete Männer unser Dorf überfielen, schossen sie wahllos in die Luft, nicht gezielt auf die Einwohner", erinnert sie sich. "Sie stahlen unser gesamtes Hab und Gut. Wir verlassen Mali wegen der vorherrschenden Unsicherheit und wegen dem Mangel an Lebensmitteln."

Sandstürme und bitterkalte Nächte

Zoulfas Mann blieb an der Grenze mit dem Vieh zurück. Sie kam mit einem Esel und den vier Kindern nach Gaoudel, zehn Kilometer von der Grenze weg. Alle leben derzeit in einer Notunterkunft in Ayourou, wo sie alle nur unzureichend vor den Sandstürmen Schutz finden. "Tagsüber ist es sehr windig und die Nächte sind bitterkalt. Djamila ist erst zwei Monate alt und hat hohes Fieber", erzählt Zoulfa, "wir konnten aber bereits Wasser aus einem drei Kilometer entfernten Fluß organisieren." Auch in Burkina Faso leben die Vertriebenen in selbstgebauten Unterkünften, bei Gastfamilien oder zur Miete in Ouagadougou.

Die Kämpfe zwischen der Tuareg und malischen Regierungstruppen sind Mitte Januar 2012 neu entfalmmt und verstoßen gegen eine Vereinbarung aus 2009, die das offizielle Ende der Tuareg-Rebellion besiegelt hat.

« zurück

URL: www.unhcr.at/presse/nachrichten.html
copyright © 2001-2012 UNHCR - all rights reserved.