United Nations High Commissioner for Refugees

Prominente Flüchtlinge

Unter den Flüchtlingen in der Welt sind und waren auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten. Stellvertretend für Millionen Flüchtlinge weltweit stellen wir an dieser Stelle einige von ihnen vor. Denn genau wie alle Flüchtlinge mussten auch sie ihre Heimat verlassen und in einem anderen Land neu anfangen. Ihre Fluchtgeschichte ist, im Gegensatz zu vielen anderen, eine Geschichte mit Happy End. Einige von ihnen, wie der Journalist Paul Lendvai, Kardinal Christoph Schönborn oder die Regisseurin Nina Kusturica fanden in Österreich eine neue Heimat. Andere wiederum mussten in der Vergangenheit ihre Heimat Österreich verlassen -  teilweise für immer, wie der Arzt und Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud, oder für kürzere Zeit, wie der ehemalige Bundeskanzler Bruno Kreisky.

Bruno Kreisky (1911-1990)

Bruno Kreisky
© Kreisky-Archiv

Bruno Kreisky gilt als einer der einflussreichsten und bekanntesten sozialdemokratischen Politiker der österreichischen Nachkriegszeit. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland musste er wegen seiner jüdischen Abstammung nach Schweden emigrieren.

Auch dort war Kreisky aktiv politisch tätig. In den 1950er Jahren kehrte Kreisky mit seiner Familie wieder nach Österreich zurück. Sein politisches Engagement setzt er fort, bis er schließlich 1959 stellvertretender Parteivorsitzender wurde. Von 1971 bis 1983 regierte Kreisky mit absoluter Mehrheit als Bundeskanzler.

Ioan Holender (*1935)

Geboren wurde Holender 1935 in Timisoara in Rumänien. Er studierte zunächst Maschinenbau und musste sein Studium 1956 beenden. Wegen seiner Teilnahme an der Studentenbewegung wurde er aus politischen Gründen von allen Hochschulen des Landes ausgeschlossen.

1959 flüchtete er von Rumänien nach Österreich. Von 1992 bis August 2010 war Holender der Direktor der Wiener Staatsoper und damit der längst amtierende Direktor seit dem Bestehen des Hauses.

Paul Lendvai (*1929)

Paul Lendvai
© Lendvai

Der aus Ungarn stammende Journalist Paul Lendvai ist politischer Kommentator in österreichischen und englischsprachigen Medien und gilt als einer der profundesten Kenner Osteuropas. Lendvai wurde in Ungarn im Jahr 1953 als „politisch Unzuverlässiger“ für acht Monate inhaftiert.

Als er im Anschluss ein dreijähriges Berufsverbot erhielt, flüchtete er 1957 nach Österreich. Paul Lendvai ist Autor zahlreicher Bücher über Österreich und Osteuropa und wurde für seine Arbeit mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet.

Christoph Schönborn (*1945)

© Kathbild.at/Rupprecht

1998 wurde Christoph Schönborn zum Kardinal erhoben und zum Vorsitzenden der österreichischen Bischofskonferenz gewählt. Die Wiederwahl erfolgte 2004. Geboren wurde Schönborn allerdings in Skalsken bei Leitmeritz (Litomĕřice) in der Tschechischen Republik.

Noch im selben Jahr musste die Familie flüchten und fand eine neue Heimat in Österreich. Christoph Schönborn verbrachte seine Kindheit in Schruns in Vorarlberg. Nach der Matura studierte er Theologie und Philosophie Walberberg bei Bonn, Wien und Paris. 1970 wurde er zum Priester geweiht.

Dimitré Dinev (*1968)

Dimitré Dinev
© Zsolnay&Deuticke

Der Dichter flüchtete im Jahr 1990 aus Bulgarien nach Österreich. Dort kam er zuerst im Flüchtlingsheim Traiskirchen unter. Es folgten harte Jahre, in denen Dinev als Gärtner, Kellner, Würstelverkäufer, Übersetzer, Restaurator und auf der Baustelle arbeitete, aber nebenher trotzdem schrieb.

Mittlerweile besitzt er die österreichische Staatsbürgerschaft und lebt in Wien. Menschen am Rand der Gesellschaft und das Flüchtlings-Dasein sind aber nach wie vor die zentralen Themen in seinem Werk. Sein erster Roman – „Engelszungen“ – erschien in deutscher Sprache und wurde auf Anhieb ein großer Erfolg.

Nina Kusturica (*1975)

Nina Kusturica
© mobilefilm

Nina Kusturica wurde 1975 in Mostar, Bosnien-Herzegowina geboren und flüchtete während des Jugoslawienkrieges 1992 mit ihrer Familie nach Österreich. Sie studierte an der Filmakademie Wien.

Für ihren Film „Little Alien“ begleitete sie mit der Kamera unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und dokumentierte ihren steinigen Weg in die so genannte "Festung Europa" und ihren Alltag als Flüchtlinge in Österreich. Für den Film erhielt Nina Kusturica 2010 den "outstanding artist award" des Kulturministeriums in der Sparte "Interkultureller Dialog".

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