United Nations High Commissioner for Refugees

Flüchtlinge

© UNHCR/unhcr.at

Wer ist ein Flüchtling?

Menschen verlassen ihre Heimat aus unterschiedlichsten Gründen: Krieg, Verfolgung, Naturkatastrophen oder auch der Wunsch nach einem besseren Leben veranlassen Menschen dazu, Zuflucht in einem anderen Land zu suchen. Aus völkerrechtlicher Sicht muss man jedoch zwischen jenen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und jenen, die „freiwillig“ in ein anderes Land reisen, unterscheiden. Mit Hilfe des Asylverfahrens wird festgestellt, wer ein Flüchtling ist.

Nach internationalem Recht ist ein Flüchtling eine Person, die sich außerhalb ihres Heimatlands befindet und eine wohlbegründete Furcht vor Verfolgung aufgrund ihrer Rasse, Religion, Nationalität, politischen Meinung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe hat.

Während Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen beschließen auszuwandern, noch durch ihren Heimatstaat geschützt sind, müssen Flüchtlinge ihre Heimat verlassen, weil ihr Heimatland sie nicht mehr schützen kann oder will. Diese unterschiedlichen Schicksale und Beweggründe wirken sich auf die rechtliche Stellung im Ankunftsland aus: Während Staaten in Bezug auf MigrantInnen weitgehend frei sind, über ihre Aufnahme zu entscheiden, sind sie durch internationale Abkommen verpflichtet, den Schutz von Flüchtlingen zu garantieren. Neben dem Flüchtlingsschutz gibt es in Österreich auch noch Menschen, denen so genannter subsidiärer Schutz gewährt wird. Subsidiär Schutzberechtigte sind ähnlich wie Flüchtlinge aus ihrem Heimatland geflohen, sie erfüllen jedoch nicht die Voraussetzungen der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK). Ihr  Leben oder ihre Sicherheit ist
aber zum Beispiel durch Krieg, Unruhen oder Folter in ihrem Heimatland gefährdet und deswegen erhalten sie Schutz.

Auf der Suche nach Schutz in einem anderen Land, müssen Flüchtlinge häufig gefährliche Wege in Kauf nehmen. Weil sie ihre Heimat überstürzt verlassen mussten oder die entsprechenden Behörden im Land fehlen, haben Flüchtlinge oft keine Reisedokumente. Dazu kommt, dass die legalen Einreise-
möglichkeiten in potenzielle Aufnahmeländer für Schutzsuchende oft sehr begrenzt sind. Deshalb bleibt ihnen meist keine andere Möglichkeit, als sich skrupellosen Schleppern anzuvertrauen. Viele bezahlen für die Reise in eine bessere Zukunft nicht nur viel Geld, sondern auch mit ihrem Leben.

Prominente Flüchtlinge in Österreich

Bruno Kreisky (1911-1990)

Bruno Kreisky (1911-1990)

Bruno Kreisky gilt als einer der einflussreichsten und bekanntesten sozialdemokratischen Politiker der österreichischen Nachkriegszeit. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland musste er wegen seiner jüdischen Abstammung nach Schweden emigrieren.

Auch dort war Kreisky aktiv politisch tätig. In den 1950er Jahren kehrte Kreisky mit seiner Familie wieder nach Österreich zurück. Sein politisches Engagement setzt er fort, bis er schließlich 1959 stellvertretender Parteivorsitzender wurde. Von 1971 bis 1983 regierte Kreisky mit absoluter Mehrheit als Bundeskanzler.

Ioan Holender (*1935)

Geboren wurde Holender 1935 in Timisoara in Rumänien. Er studierte zunächst Maschinenbau und musste sein Studium 1956 beenden. Wegen seiner Teilnahme an der Studentenbewegung wurde er aus politischen Gründen von allen Hochschulen des Landes ausgeschlossen.

1959 flüchtete er von Rumänien nach Österreich. Von 1992 bis August 2010 war Holender der Direktor der Wiener Staatsoper und damit der längst amtierende Direktor seit dem Bestehen des Hauses.

Paul Lendvai (*1929)

Paul Lendvai (*1929)

Der aus Ungarn stammende Journalist Paul Lendvai ist politischer Kommentator in österreichischen und englischsprachigen Medien und gilt als einer der profundesten Kenner Osteuropas. Lendvai wurde in Ungarn im Jahr 1953 als „politisch Unzuverlässiger“ für acht Monate inhaftiert.

Als er im Anschluss ein dreijähriges Berufsverbot erhielt, flüchtete er 1957 nach Österreich. Paul Lendvai ist Autor zahlreicher Bücher über Österreich und Osteuropa und wurde für seine Arbeit mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet.

Christoph Schönborn (*1945)

Christoph Schönborn (*1945)

1998 wurde Christoph Schönborn zum Kardinal erhoben und zum Vorsitzenden der österreichischen Bischofskonferenz gewählt. Die Wiederwahl erfolgte 2004. Geboren wurde Schönborn allerdings in Skalsken bei Leitmeritz (Litomĕřice) in der Tschechischen Republik.

Noch im selben Jahr musste die Familie flüchten und fand eine neue Heimat in Österreich. Christoph Schönborn verbrachte seine Kindheit in Schruns in Vorarlberg. Nach der Matura studierte er Theologie und Philosophie Walberberg bei Bonn, Wien und Paris. 1970 wurde er zum Priester geweiht.

Dimitré Dinev (*1968)

Dimitré Dinev (*1968)

Der Dichter flüchtete im Jahr 1990 aus Bulgarien nach Österreich. Dort kam er zuerst im Flüchtlingsheim Traiskirchen unter. Es folgten harte Jahre, in denen Dinev als Gärtner, Kellner, Würstelverkäufer, Übersetzer, Restaurator und auf der Baustelle arbeitete, aber nebenher trotzdem schrieb.

Mittlerweile besitzt er die österreichische Staatsbürgerschaft und lebt in Wien. Menschen am Rand der Gesellschaft und das Flüchtlings-Dasein sind aber nach wie vor die zentralen Themen in seinem Werk. Sein erster Roman – „Engelszungen“ – erschien in deutscher Sprache und wurde auf Anhieb ein großer Erfolg.

Nina Kusturica (*1975)

Nina Kusturica (*1975)

Nina Kusturica wurde 1975 in Mostar, Bosnien-Herzegowina geboren und flüchtete während des Jugoslawienkrieges 1992 mit ihrer Familie nach Österreich. Sie studierte an der Filmakademie Wien.

Für ihren Film „Little Alien“ begleitete sie mit der Kamera unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und dokumentierte ihren steinigen Weg in die so genannte "Festung Europa" und ihren Alltag als Flüchtlinge in Österreich. Für den Film erhielt Nina Kusturica 2010 den "outstanding artist award" des Kulturministeriums in der Sparte "Interkultureller Dialog".

Bruno Kreisky (1911-1990)

Bruno Kreisky (1911-1990)

Bruno Kreisky gilt als einer der einflussreichsten und bekanntesten sozialdemokratischen Politiker der österreichischen Nachkriegszeit. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland musste er wegen seiner jüdischen Abstammung nach Schweden emigrieren.

Auch dort war Kreisky aktiv politisch tätig. In den 1950er Jahren kehrte Kreisky mit seiner Familie wieder nach Österreich zurück. Sein politisches Engagement setzt er fort, bis er schließlich 1959 stellvertretender Parteivorsitzender wurde. Von 1971 bis 1983 regierte Kreisky mit absoluter Mehrheit als Bundeskanzler.

Ioan Holender (*1935)

Geboren wurde Holender 1935 in Timisoara in Rumänien. Er studierte zunächst Maschinenbau und musste sein Studium 1956 beenden. Wegen seiner Teilnahme an der Studentenbewegung wurde er aus politischen Gründen von allen Hochschulen des Landes ausgeschlossen.

1959 flüchtete er von Rumänien nach Österreich. Von 1992 bis August 2010 war Holender der Direktor der Wiener Staatsoper und damit der längst amtierende Direktor seit dem Bestehen des Hauses.

Paul Lendvai (*1929)

Paul Lendvai (*1929)

Der aus Ungarn stammende Journalist Paul Lendvai ist politischer Kommentator in österreichischen und englischsprachigen Medien und gilt als einer der profundesten Kenner Osteuropas. Lendvai wurde in Ungarn im Jahr 1953 als „politisch Unzuverlässiger“ für acht Monate inhaftiert.

Als er im Anschluss ein dreijähriges Berufsverbot erhielt, flüchtete er 1957 nach Österreich. Paul Lendvai ist Autor zahlreicher Bücher über Österreich und Osteuropa und wurde für seine Arbeit mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet.

Christoph Schönborn (*1945)

Christoph Schönborn (*1945)

1998 wurde Christoph Schönborn zum Kardinal erhoben und zum Vorsitzenden der österreichischen Bischofskonferenz gewählt. Die Wiederwahl erfolgte 2004. Geboren wurde Schönborn allerdings in Skalsken bei Leitmeritz (Litomĕřice) in der Tschechischen Republik.

Noch im selben Jahr musste die Familie flüchten und fand eine neue Heimat in Österreich. Christoph Schönborn verbrachte seine Kindheit in Schruns in Vorarlberg. Nach der Matura studierte er Theologie und Philosophie Walberberg bei Bonn, Wien und Paris. 1970 wurde er zum Priester geweiht.

Dimitré Dinev (*1968)

Dimitré Dinev (*1968)

Der Dichter flüchtete im Jahr 1990 aus Bulgarien nach Österreich. Dort kam er zuerst im Flüchtlingsheim Traiskirchen unter. Es folgten harte Jahre, in denen Dinev als Gärtner, Kellner, Würstelverkäufer, Übersetzer, Restaurator und auf der Baustelle arbeitete, aber nebenher trotzdem schrieb.

Mittlerweile besitzt er die österreichische Staatsbürgerschaft und lebt in Wien. Menschen am Rand der Gesellschaft und das Flüchtlings-Dasein sind aber nach wie vor die zentralen Themen in seinem Werk. Sein erster Roman – „Engelszungen“ – erschien in deutscher Sprache und wurde auf Anhieb ein großer Erfolg.

Nina Kusturica (*1975)

Nina Kusturica (*1975)

Nina Kusturica wurde 1975 in Mostar, Bosnien-Herzegowina geboren und flüchtete während des Jugoslawienkrieges 1992 mit ihrer Familie nach Österreich. Sie studierte an der Filmakademie Wien.

Für ihren Film „Little Alien“ begleitete sie mit der Kamera unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und dokumentierte ihren steinigen Weg in die so genannte "Festung Europa" und ihren Alltag als Flüchtlinge in Österreich. Für den Film erhielt Nina Kusturica 2010 den "outstanding artist award" des Kulturministeriums in der Sparte "Interkultureller Dialog".

Bruno Kreisky (1911-1990)

Bruno Kreisky (1911-1990)

Bruno Kreisky gilt als einer der einflussreichsten und bekanntesten sozialdemokratischen Politiker der österreichischen Nachkriegszeit. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland musste er wegen seiner jüdischen Abstammung nach Schweden emigrieren.

Auch dort war Kreisky aktiv politisch tätig. In den 1950er Jahren kehrte Kreisky mit seiner Familie wieder nach Österreich zurück. Sein politisches Engagement setzt er fort, bis er schließlich 1959 stellvertretender Parteivorsitzender wurde. Von 1971 bis 1983 regierte Kreisky mit absoluter Mehrheit als Bundeskanzler.

Ioan Holender (*1935)

Geboren wurde Holender 1935 in Timisoara in Rumänien. Er studierte zunächst Maschinenbau und musste sein Studium 1956 beenden. Wegen seiner Teilnahme an der Studentenbewegung wurde er aus politischen Gründen von allen Hochschulen des Landes ausgeschlossen.

1959 flüchtete er von Rumänien nach Österreich. Von 1992 bis August 2010 war Holender der Direktor der Wiener Staatsoper und damit der längst amtierende Direktor seit dem Bestehen des Hauses.

Paul Lendvai (*1929)

Paul Lendvai (*1929)

Der aus Ungarn stammende Journalist Paul Lendvai ist politischer Kommentator in österreichischen und englischsprachigen Medien und gilt als einer der profundesten Kenner Osteuropas. Lendvai wurde in Ungarn im Jahr 1953 als „politisch Unzuverlässiger“ für acht Monate inhaftiert.

Als er im Anschluss ein dreijähriges Berufsverbot erhielt, flüchtete er 1957 nach Österreich. Paul Lendvai ist Autor zahlreicher Bücher über Österreich und Osteuropa und wurde für seine Arbeit mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet.

Christoph Schönborn (*1945)

Christoph Schönborn (*1945)

1998 wurde Christoph Schönborn zum Kardinal erhoben und zum Vorsitzenden der österreichischen Bischofskonferenz gewählt. Die Wiederwahl erfolgte 2004. Geboren wurde Schönborn allerdings in Skalsken bei Leitmeritz (Litomĕřice) in der Tschechischen Republik.

Noch im selben Jahr musste die Familie flüchten und fand eine neue Heimat in Österreich. Christoph Schönborn verbrachte seine Kindheit in Schruns in Vorarlberg. Nach der Matura studierte er Theologie und Philosophie Walberberg bei Bonn, Wien und Paris. 1970 wurde er zum Priester geweiht.

Dimitré Dinev (*1968)

Dimitré Dinev (*1968)

Der Dichter flüchtete im Jahr 1990 aus Bulgarien nach Österreich. Dort kam er zuerst im Flüchtlingsheim Traiskirchen unter. Es folgten harte Jahre, in denen Dinev als Gärtner, Kellner, Würstelverkäufer, Übersetzer, Restaurator und auf der Baustelle arbeitete, aber nebenher trotzdem schrieb.

Mittlerweile besitzt er die österreichische Staatsbürgerschaft und lebt in Wien. Menschen am Rand der Gesellschaft und das Flüchtlings-Dasein sind aber nach wie vor die zentralen Themen in seinem Werk. Sein erster Roman – „Engelszungen“ – erschien in deutscher Sprache und wurde auf Anhieb ein großer Erfolg.

Nina Kusturica (*1975)

Nina Kusturica (*1975)

Nina Kusturica wurde 1975 in Mostar, Bosnien-Herzegowina geboren und flüchtete während des Jugoslawienkrieges 1992 mit ihrer Familie nach Österreich. Sie studierte an der Filmakademie Wien.

Für ihren Film „Little Alien“ begleitete sie mit der Kamera unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und dokumentierte ihren steinigen Weg in die so genannte "Festung Europa" und ihren Alltag als Flüchtlinge in Österreich. Für den Film erhielt Nina Kusturica 2010 den "outstanding artist award" des Kulturministeriums in der Sparte "Interkultureller Dialog".

 
 
URL: www.unhcr.at/mandat/fluechtlinge.html
copyright © 2001-2016 UNHCR - all rights reserved.