United Nations High Commissioner for Refugees

Binnenvertriebene

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Flüchtlinge im eigenen Land

Binnenvertriebene stellen eine der größten Gruppen von schutzbedürftigen Menschen dar: Bis Ende 2015 galten geschätzte 40,8 Millionen Menschen als binnenvertrieben. Ihre Schicksale spielen sich häufig vergessen von Weltöffentlichkeit und fernab von Hilfseinsätzen ab. Sie sind Opfer von Krieg und Verfolgung und haben oft weder rechtlichen noch physischen Schutz. Ihre Zukunft ist unsicher – sie leben als Ausgestoßene in ihren eigenen Heimatländern.

In Kolumbien befinden sich mit einer Anzahl von 6,9 Millionen die meisten Binnenvertriebenen. Jemen belegte mit 2,5 Millionen Menschen den traurigen ersten Platz an neuen Binnenvertriebenen, gefolgt von dem Irak (808.700) und der Ukraine (800.000). 

Wenn Zivilisten eine internationale Grenze überqueren, um der Verfolgung zu entkommen, erhalten sie in der Regel Nahrung und eine Unterkunft vom Aufnahmestaat. Sie sind durch internationale Abkommen geschützt und werden rechtlich als Flüchtlinge eingestuft. Menschen in ähnlichen Situationen, die zwar ihre Heimatregion verlassen, aber in ihrem Heimatstaat bleiben, werden zu Binnenvertriebenen. Für ihren Schutz ist eigentlich der jeweilige Staat zuständig, der diesen in vielen Fällen aber nicht mehr gewährleisten kann oder für diese Bevölkerungsgruppe nicht garantieren will. Das Mandat von UNHCR sieht keine spezielle Zuständigkeit für Binnenvertriebene vor. Häufig sind diese aber von denselben Konflikten betroffen und haben dieselben Probleme wie Flüchtlinge. UNHCR hilft daher seit Jahren auch Binnenvertriebenen, momentan können rund 13,3 Millionen Menschen unterstützt werden.

In den vergangenen Jahren hat die internationale Gemeinschaft eine lebhafte Debatte über Binnenvertriebene begonnen. Dabei ging es um die Reichweite der staatlichen Souveränität gegenüber der Durchsetzung der Menschenrechte. Ende 2005 haben sich die Vereinten Nationen und andere Organisationen auf einen besser koordinierten und umfassenderen Ansatz zum Schutz von Binnenvertriebenen geeinigt. UNHCR übernimmt dabei eine leitende Position, sowohl bei der Unterbringung von Binnenvertriebenen als auch bei ihrem Schutz und bei der Koordination in Vertriebenenlagern. Momentan gibt es große UNHCR-Hilfseinsätze für Binnenvertriebene im Jemen, Syrien, dem Irak, der Ukraine, dem Sudan, in der Demokratischen Republik Kongo und in Afghanistan.


Der bewaffnete Konflikt und gewaltsame Auseinandersetzungen in ihren Territorien zwingen immer mehr Indigene in Kolumbien, ihre Gemeinschaften zu verlassen und anderswo Schutz zu suchen.

 
 
 
 
 
 
 
 
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