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Dominikanische Republik: UNHCR registriert mit Handy

07 February 2012

© UNHCR/F. Martinez
Pilotprojekt: UNHCR-Mitarbeiter registrieren mit dem Handy.

Santo Domingo – Gemeinsam mit der Partnerorganisation Pastoral Haitiana will UNHCR die Lebensbedingungen von Flüchtlingen und Asylsuchenden in der Dominikanischen Republik verbessern. Dabei kommen im Rahmen einer Volkszählung in den kommenden Wochen erstmals Mobiltelefone zum Einsatz, um Daten von Betroffenen effizienter erfassen und lokalisieren zu können.

Der Zensus wurde bereits vergangene Woche durch finanzielle Mittel der US-Regierung gestartet und erfasst Informationen wie Alter, Geschlecht, Nationalität, Familiendetails und Wohnort der Betroffenen.

Enorme Zeit- und Kostenersparnis erwartet

Durch den Einsatz von Mobiltelefonen erhofft sich UNHCR eine enorme Zeit- und Kostenersparung, um die gesammelten Daten schneller verarbeiten zu können; die Registrierung mit Stift und Papier soll der Vergangenheit angehören. Da die Informationen sofort digital vorliegen, können auch die Betroffenen von einem beschleunigten Verfahren profitieren. Als Teil der Registrierung werden auch Satelliten-Navigationsdaten (GPS) erfasst und Fotos durch die Mitarbeiter erstellt. Die Testphase läuft zunächst bis zum März 2012.

Nach bisherigen Schätzungen leben etwa 595 Flüchtlinge und 1.785 Asylsuchende in der Dominikanischen Republik. Während die meisten Haitianer sind, gibt es auch Menschen aus Ländern wie Kuba, Iran, Irak, Sri Lanka und Syrien, die sich überwiegend in städtischen Gebieten rund um die Hauptstadt Santo Domingo niedergelassen haben.

Wartezeit für Asylanträge verkürzen

Der Zensus soll einen Überblick geben, wer die Menschen sind und wo sie leben. Die meisten Flüchtlinge in der Dominikanischen Republik wurden Mitte der 1990er Jahre gezählt, wurden aber nie anerkannt. Dennoch haben Asylsuchende nicht selten zehn Jahre und länger warten müssen, bis über ihren Antrag entschieden wurde. In dieser Zeit erhielten sie ein vom Staat ausgestelltes Zertifikat, dass es ihnen erlaubte für drei Monate im Land zu bleiben. Diese Duldung musste alle drei Monate verlängert werden und untersagte den Betroffenen Arbeit zu suchen oder nachzugehen.

"Der Zensus kann sowohl für UNHCR als auch für den dominikanischen Staat ein nützliches Instrument sein", sagte UNHCR-Vertreter Gonzalo Vargas Llosa in Santo Domingo. "Durch die Identifizierung von Individuen, die heute stetig im Austausch mit den Behörden stehen müssen, kann diese Übung einen wichtigen Beitrag für unsere gemeinsamen Anstrengungen leisten, das Asylsystem besonders für jene zu optimieren, die Jahre auf einen Asylentscheid warten mussten."

Positive Resonanz und Optimismus auf allen Seiten

Verantwortliche im Flüchtlingsschutz und Asylsuchende begrüßten die getroffenen Maßnahmen für eine Volkszählung, in der Hoffnung auf positive Effekte. "Das wird nicht alle unsere Probleme lösen, aber wir spüren, dass wir durch diese Art der Registrierung berücksichtigt werden", so Joseph, ein Leiter der Gemeinschaft.

Der Zensus wurde durch eine großangelegte Informationskampagne angekündigt, an der UNHCR mit seinen Partnern und der Dominikanischen Regierung beteiligt gewesen ist.

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