United Nations High Commissioner for Refugees
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Côte d’Ivoire: Eskalation der Kämpfe löst Massenflucht aus

21 March 2011

Abidjan/Genf - Das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) zeigt sich schockiert über die Ausbreitung der Kämpfe in Côte d’Ivoire, die große Teile der ivorischen Bevölkerung zur Flucht in die Nachbarländer sowie in sichere Teile des Landes zwingt. Die Kämpfe in den vergangenen Tagen in Abidjan waren die heftigsten seit den Präsidentschaftswahlen im November 2010.

Am Donnerstag geriet der nördliche Vorort Abobo unter heftigen Beschuss, mindestens 25 Menschen starben, viele weitere wurden verletzt. Anfang der Woche waren auch weitere Stadtteile Abidjans angegriffen worden. Eine Polizeistation, ein Markt in Williamsville und eine Radiostation in Adjame gerieten in Brand. Ein UNHCR-Mitarbeiter berichtete über mindestens 30 ausgebrannte Läden.

Noch immer sind in verschiedenen Gegenden Yopougons vereinzelte Schüsse zu hören. Am Montag hatten hier schwere Kämpfe zwischen den Unterstützern der rivalisierenden Präsidentschaftskandidaten Gbagbo und Outtara stattgefunden. Durch die immer heftiger werdenden Auseinandersetzungen in Abidjan steigt auch die Zahl der Vertreibungen. In verschiedenen Stadtteilen haben sich Binnenvertriebene versammelt. Seit November befinden sich 300.000 Menschen auf der Flucht vor der Gewalt.

In Williamsville, Paillet und Plateau-Dokui in der Nähe von Abobo warteten zahlreiche Menschen an den Bushaltestellen. Sie versuchten Abobo zu verlassen, um in ihren Heimatdörfern außerhalb von Abidjan Schutz zu suchen. Den Gastfamilien, die weiterhin Vertriebene beherbergen gehen sukzessive die Mittel aus. Als Reaktion auf ihre angespannte finanzielle Situation bekommen die UNHCR-Mitarbeiter daher immer häufiger Anfragen von Gastfamilien und Binnenvertriebenen.

Die Hilfsleistungen werden durch die andauernden Kämpfe und die neu errichteten bewaffneten Kontrollpunkte behindert. Dringend benötigte Hilfslieferungen werden dadurch verlangsamt und zunehmend riskanter. Trotzdem hat UNHCR mit Hilfe seiner Partner am Samstag Hilfsgüter an 13.000 Binnenvertriebene an 31 verschiedenen Orten in Abidjan und den benachbarten Dörfern Anyama, Ahouabo and Akoupe verteilt.

Im Westen von Côte d’Ivoire sitzen noch immer 3.000 bis 5.000 Binnenvertriebene in einer katholischen Missionsstation in Duékoué fest. Sie suchen Hilfe bei UNHCR, da die vielen bewaffneten Kontrollpunkte in der Umgebung ihre Bewegungsfreiheit stark einschränken. UNHCR bemüht sich, eine Lösung für dieses Problem zu finden und hat seinen dringenden Appell an die Konfliktparteien erneuert, den Zugang zu den Vertriebenen nicht länger zu blockieren.

An der Grenze zu Liberia zwingen die andauernden Kämpfe weitere Zivilpersonen zur Flucht in das Nachbarland. Die Zahl der ivorischen Flüchtlinge in Liberia ist derweil auf 90.000 Menschen angewachsen. Dies stellt für die verarmten Gastgemeinden eine enorm große Belastung dar. Angesichts der eskalierenden Situation in Côte d’Ivoire rechnet UNHCR damit, dass die Grenze der 100.000 Flüchtlinge in Liberia bald überschritten werden könnte.

Das Auswärtige Amt kündigte nun an, UNHCR zusätzliche 500.000 Euro für die Notversorgung der Flüchtlinge in Liberia zur Verfügung zu stellen. Mit den bereitgestellten Mitteln sollen die Flüchtlinge mit den notwendigsten Hilfsgütern wie Decken, Küchensets und Notunterkünften versorgt werden.

In Ghana, einem weiteren Nachbarland von Côte d’Ivoire, kam es in der vergangen Woche zu einem plötzlichen Anstieg der Asylsuchenden: Während seit November 2010 nur 160 Flüchtlinge in Ghana registriert wurden, kamen in der vergangenen Woche mehr als 500 Flüchtlinge an. UNHCR befürchtet, dass diese Zahlen in den kommenden Wochen noch ansteigen könnten, da Ghana nur 150 Kilometer von Abidjan entfernt ist.

Die politische Instabilität beeinträchtigt zudem die 24.000 Flüchtlinge aus Liberia, die in Côte d’Ivoire Zuflucht gesucht haben. In den kommenden Tagen wird UNHCR diesen Liberianern die Heimkehr auf dem Luftweg ermöglichen.

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