
© UNHCR/M. Fleming
UN-Flüchtlingskommissar Guterres beim Empfang in Doro.
Doro Camp - UN-Flüchtlingskommissar António Guterres ruft die internationale Staatengemeinschaft zu einer sofortigen und massiven humanitären Unterstützung des Südsudan auf. Das jüngste Land der Erde sieht sich mit einer großen Zahl an Vertriebenen konfrontiert und ist nicht in der Lage die Krise selbst zu bewältigen.
Ohne diese Soforthilfe würde es kaum möglich sein, eine Katastrophe vom Südsudan abzuwenden, warnte Guterres nach einem Treffen mit Flüchtlingen im Doro Camp.
Die schweren Kämpfe in den sudanesischen Bundesstaaten Südkordofan und Blue Nile haben 80.000 Menschen zur Flucht in den Südsudan gezwungen, die meisten nach Unity und Upper Nile. Weitere 33.000 Flüchtlinge sind in das benachbarte Äthiopien geflohen.
Bereits seit dem 20. Dezember 2011 unterstützt UNHCR die Notleidenden mit einer Luftbrücke und fliegt 280 Tonnen Hilfsgüter in die Regionen Malakal und Mabaan. 50.000 Flüchtlinge sollen von dem Transport profitieren; 27 Flüge wurden bis heute bereits geleistet und haben aus den Zentrallagern in Kenia und Dubai 2.300 Zelte, 16.000 Geschirrsets, 36.000 Decken, 21.000 Kanister, Plastikplanen, Schlafmatten, Moskitonetze und weitere Hilfsgüter in das Krisengebiet gebracht.
António Guterres hat während seines Besuchs im Doro-Camp mit zahlreichen Flüchtlingen gesprochen, darunter auch eine Frau, die gerade mit ihren drei Kindern aus Blue Nile geflohen war. "Ich hatte geglaubt, dass wir länger Frieden haben werden. Dann kam eine Bombeanagriff und wir sind nur noch gerannt", erzählte sie Guterres.
Das Doro-Camp im Südsudan beherbergt rund 28.000 Flüchtlinge aus dem Bundesstaat Blue Nile im Sudan. Sie alle waren vor den schweren Kämpfen zwischen der sudanesischen Armee und der Rebellengruppe 'Sudan People's Liberation Movement-North' in den Südsudan geflohen. Alle Betroffenen sind erschöpft, hungrig und gefährdet - besonders die Frauen und Kinder, die tagelang im Grenzgebiet vergeblich nach Schutz gesucht haben. Die Männer sind zurückgeblieben, um ihren Besitz zu verteidigen.
"Frauen weinen, weil ihre Kinder krank sind und weil ihre Kinder hungern", sagte der südsudanesische Minister für Humanitäre Angelegenheiten Joseph Lual Achuil, der den UN-Flüchtlingskommissar ins Doro-Camp begleitete.
Bei einem Treffen mit Flüchtlingsvertretern aus dem südsudanesischen Südkordofan warb Guterres intensiv darum, in eine sicherere UNHCR-Siedlung 50 Kilometer von der Grenze entfernt zu ziehen. Die Vertreter sagten, auf der anderen Seite der Grenze würden sich mindestens 300.000 Menschen in den Nuba-Bergen verstecken. Sie alle hätten große Angst und ihnen würde bald der Vorrat an Nahrung sowie Wasser ausgehen.
Guterres reiste am Dienstag weiter nach Khartum, später weiter nach Kassala im Osten des Sudan. In einer der am längsten andauernden Flüchtlingskrisen der Welt leben dort etwa 70.000 Flüchtlinge in zwölf Lagern, die meisten stammen aus Eritrea. Sie alle leiden unter extremer Armut, Wasser- und Nahrungsmangel sowie sehr eingeschränktem Zugang zur medizinischen Versorgung und zu Bildungsprogrammen.
Zusätzlich zu den 70.000 Flüchtlingen, kommen etwa jeden Monat 1.700 Asylsuchende in den Sudan - fast ausnahmslos aus Eritrea.
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