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Immer mehr Menschen wagen Fahrt über Golf von Aden

20 January 2012

Mindestens 130 Menschen habe auf der Überfahrt ihr Leben verloren
©SHS/N.Bajanoub
Mindestens 130 Menschen haben auf der Überfahrt ihr Leben verloren

Jemen - Trotz wachsender Instabilität und der Verschlechterung der Sicherheitslage im Jemen haben letztes Jahr 103.000 Flüchtlinge, Asylsuchende und Migranten vom Horn von Afrika die gefährliche Reise über den Golf von Aden und das Rote Meer gewagt. Im Jahr 2010 sind 53.000 Menschen über die Meeresenge in den Jemen gekommen, 2009 waren es 78.000.

Vergangenes Jahr hat die gefährliche Meeresquerung zumindest 130 Menschenleben gefordert. Die meisten Menschen sind nach der Überfahrt in einer überaus schlechten körperlichen Verfassung und stehen unter Schock. Neben der gefährlichen Überfahrt  sind die Menschen auf ihrer Reise in den Jemen zusätzlich noch anderen Bedrohungen wie psychischer und sexueller Gewalt sowie Menschenhandel ausgesetzt. Auch im Jemen ist die Lage für die Betroffenen sehr schwierig und es gibt nicht genügend Unterkunft, Wasser, Nahrung und  medizinische Notversorgung und sie dürfen sich im Land nicht frei bewegen.

Die neuesten Daten zeigen eine markante Zunahme von Äthiopiern, die in Jemen ankommen. Während bis 2008 der Großteil der Flüchtenden aus Somalia kam, die vor Gewalt und Menschenrechtsverletzungen aus ihrer Heimat flohen, sind nun ungefähr drei Viertel der Ankommenden aus Äthiopien.

Somalier erhalten automatisch Flüchtlingsstatus

Bei der Ankunft im Jemen werden Somalier automatisch als Flüchtlinge anerkannt und können sich zumeist frei im Land bewegen. Rund 25.500 somalische Flüchtlinge erreichten den Jemen im Jahr 2011, womit die Gesamtzahl auf mehr als 202.000 anstieg. Gemeinsam mit  Partnern, organisiert UNHCR Erstaufnahmezentren entlang der Küste und bietet Schutz und Unterstützung.  Für Äthiopier ist die Situation im Jemen weit schwieriger und gefährlicher. Jeder Fünfte von den im Jemen ankommenden 76.000 äthiopischen Flüchtlingen beantragt Asyl. Dies ist ein zehnprozentiger Anstieg im Vergleich zum Jahr 2010.

Gewalt gegen Äthiopier

Viele äthiopische Neuankömmlinge geben an, ihre Heimat aus wirtschaftlichen Gründen und aufgrund der fehlenden Lebensgrundlage verlassen zu haben. Die meisten von ihnen sehen Jemen als Transitland an. Aus Angst vor Inhaftierung und Abschiebung vermeiden viele äthiopische Migranten den Kontakt mit den Behörden, da sie in die Golfstaaten weiterreisen wollen. Diese Menschen sind häufig Übergriffen ausgesetzt und werden Opfer von Raub, Missbrauch, Erpressung und Menschenhandel.
UNHCR ist besonders besorgt über einen dramatischen Vorfall Anfang dieser Woche, bei welchem drei Äthiopier durch organisierte Menschenhändler an der jemenitischen Küste getötet wurden. Nach ersten Berichten wurden die Äthiopier auf der Flucht von den Menschenhändlern, die Geld von den Flüchtenden erpressen wollten, erschossen.

Die Leichen wurden am Stadtrand von Al-Dhubai gefunden. Diese tragischen Todesfälle zeigen die ernsthaften Bedrohungen für afrikanischen Flüchtlinge, potenzielle Asylsuchende und Migranten am Golf von Aden.

Küstenwache soll mehr Sicherheit bringen

UNHCR hofft, dass die jemenitischen Behörden die Morde aufklären und die Täter zur Rechenschaft ziehen werden. Instabilität und reduzierte Präsenz der Polizei im Jemen spielen den Menschenhändlern jedoch in die Hände. Zum Schutz der Ankommenden vor Menschenhändlern wurde zwar mittlerweile eine Küstenwache eingesetzt. Trotzdem werden weiterhin Fälle über Entführung von Migranten und Flüchtlingen bei der Ankunft im Jemen berichtet - meist um Lösegeld zu erpressen. Eine weitere besorgniserregende Entwicklung ist die Zunahme von physischer und sexueller Gewalt von Menschenhändlern gegen Flüchtlinge und Migranten. Im Laufe des Jahres 2011 hat UNHCR viele Fälle von Vergewaltigung, sexuellen Übergriffen und körperlichen Misshandlungen gegen Flüchtlinge und Migranten verzeichnet und vermehrt Opfer dieser Übergriffe betreut.

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