Deutsche Unterstützung für afghanische Studierende

Kabul/Islamabad - Mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland fördert UNHCR bereits seit Jahren Bildungsprojekte für afghanische Flüchtlinge. Derzeit sind 650 junge Afghanen in dem Programm der Albert Einstein German Academic Refugee Initiative (DAFI) eingeschrieben. Nach Beendigung des Studiums besetzen viele Absolventen Schlüsselpositionen auf Regierungsebene oder bei einflussreichen Think Tanks. So wie Asadullah.

Als sein Bruder Hayatullah vor fünf Jahren in Kandahar, im Süden Afghanistans, getötet wurde, brach für Asadullah Salarzai eine Welt zusammen und er sah keine Chance mehr, sein Ziel als Agrarwissenschaftler zu erreichen, da sein Bruder als Hilfsarbeiter auch die Ernährung der Familie und Asadullahs Ausbildung mitfinanzierte.

Zu dieser Zeit lebte Asadullah in Toor, einem Flüchtlingslager im Norden Pakistans. Seine Familie floh zu Begin der 1980er Jahre dorthin, um der sowjetischen Besatzung Afghanistans und dem darauffolgenden Bürgerkrieg zu entkommen. Der 24-Jährige wuchs in diesem Camp auf und besuchte eine örtliche Schule. Im Teenageralter beschloss er, dass er Agrarwissenschaften an der Universität studieren wollte, um im Anschluss daran beim Wiederaufbau Afghanistans zu helfen.

Der Fonds der "Deutschen Akademischen Flüchtlingsinitiative Albert Einstein" (DAFI) konnte den jungen Afghanen finanziell unter die Arme greifen und das Studium der Agrarwissenschaft kofinanzieren. Getragen von der deutschen Bundesregierung und ausgeführt durch UNHCR, zielt das Programm darauf ab, die Selbständigkeit der Flüchtlinge zu fördern und damit dauerhaft und nachhaltig ihre Lebenssituation zu verbessern.
 
Asadullah bewarb sich im Jahr 2006 und erhielt ein Stipendium für einen Bachelorstudiengang in landwirtschaftlicher Entomologie in Peshawar und Faisalabad. Er schloss das Studium drei Jahre später ab und arbeitet heute für die UN Food and Agriculture Organization in Afghanistan. In dieser Funktion besucht der die nördlichen Provinzen Afghanistans und berät die ansässigen Bauern im Anbau von Pistazien-, Mandel- und Walnussbäumen.

"Mir macht es wirklich Spaß für meine Landsleute zu arbeiten, Erfahrungen weiterzugeben und ihnen beim Anbau behilflich zu sein", sagt Asadullah gegenüber UNHCR.

Asadullah ist einer von 650 afghanischen Flüchtlingen, die vom DAFI-Programm seit seinem Start 1992 profitiert haben. Diesen Flüchtlingen wurden Stipendien von einem bis fünf Jahren gegeben. Das Programm kommt auch afghanischen Flüchtlingen im Iran zugute.

Nazi Sahibzada, ein Programmassistent von UNHCR, stellt dazu fest: "Einige der DAFI-Stipendiaten besetzen heute Schlüsselposition in der afghanischen Gesellschaft." Sie sind damit ein Vorbild innerhalb der afghanischen Vertriebenen. "DAFI ist ein Fenster der Hoffnung und ein Weg zur Veränderung, Befriedung und zum Wiederaufbau."
 
Aber auch Asadullah möchte etwas zurückgeben. Er ist sich bewusst, was das DAFI-Stipendium in seinem Leben bewirkt hat und finanziert nun seinerseits die Ausbildung von zwei Waisen im Lager Toor. Einer der beiden studiert heute Wirtschatswissenschaften an der Universität Peshawar, der andere besucht eine lokale Schule.

Derzeit leben mehr als 1,7 Millionen Afghanen in Pakistan. Etwa 3,5 Millionen konnten seit 2002 und mit Hilfe von UNHCR in ihre Heimat zurückkehren.


Veröffentlicht am: 02.03.2010